Weniger ist mehr!

Nils Egtermeyer

"Für mich ist es ein absolutes Highlight, auf dem Markt 1A-Ware zu finden, wie beispielsweise einen 13 kg wilden Steinbutt, und mir dann außergewöhnliche, aufeinander abgestimmte Kompositionen mit anderen frischen Zutaten zu überlegen" erzählt der 31-jährige voller Herzblut. Sein Ziel: Die JELLYFISH-Besucher, die oft aus aller Welt kommen, stets aufs Neue zu überraschen und ihnen intensive, bisher ungewohnte Geschmackserlebnisse zu bieten.
Seit Mai 2014 ist Nils Egtermeyer Mitglied der Erfolgsserie „Die Kochprofis“ auf RTL II und eilt Gastronomen in Not zur Hilfe.

Interview

Was charakterisiert Ihrer Meinung nach einen Genießer?
Sein Bewusstsein beim Essen! Ein Genießer erlebt das Gericht, das vor ihm steht, nimmt sich Zeit und wird nicht durch Emails oder das Handy abgelenkt. Außerdem zeichnet einen Genießer für mich eine gewisse Offenheit aus – er will der Geschichte auf den Grund gehen.
Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne mal zusammen essen?
Mit Rihanna (lacht). Nein, im Ernst: mit Marco Pierre White. Er war der jüngste 3-Sternekoch zu seiner Zeit und als Rockstar unter den Sterneköchen bezeichnet. Mit seiner unkonventionellen Art hat er so einiges auf den Kopf gestellt. Darüber würde ich mich gern einmal mit ihm bei einem guten Glas Wein unterhalten.
Die Leibspeise Ihrer Kindheit?
Meine Mutter ist eine tolle Köchin! Ich erinnere mich gern an die Sonntage, es gab immer eine Vorspeise, Braten und Dessert.
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Welche regionale Spezialität haben Sie für sich entdeckt?
Den Bottenzander aus Mecklenburg-Vorpommern. Er hat eine sensationelle Qualität. Und es sind große Tiere, also sind sie gut geeignet für meine Gerichte
Was schmeckt Ihnen partout nicht?
Matjes.
Welchen Küchenchef (lebend) bewundern Sie und warum?
Eckart Witzigmann. Ich bewundere ihn für seine Klassik und für seine kulinarische Verwirklichung. Es ist unglaublich, was er während seiner Laufbahn auf die Beine gestellt und in Deutschland realisiert hat.
Was war Ihre schlimmste Küchenpanne?
Die passierte während meiner Ausbildungszeit. Wir erwarteten eine Gruppe von 50 Personen, und es sollte Roastbeef – rosa gegart – geben. Vor lauter Stress vergaß ich aber die Zeit und den Convectomaten. Das Roastbeef war dann gut durch statt rosa - ein Alptraum, da die Gruppe schon eintraf und nichts mehr zu retten war.
Ihre heimliche Leidenschaft ist?
Hm, das verrate ich nicht, sonst ist sie ja nicht mehr heimlich (lacht).
Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit in der Küche?
Nachhaltigkeit bedeutet vor allem: Die Produkte haben kurze Wege. Und: Es muss nicht immer Steinbutt, also ein luxuriöses Produkt, sein. Genauso geht auch eine Makrele oder Sardine. Sie sind günstiger, aber viel nachhaltiger.
Mit wem würden Sie gerne eine Nacht in der Küche verbringen und was passiert?
Mit Robert De Niro. Ich würde mit ihm typische Pastagerichte aus dem Film „Goodfellas“ kochen, z. B. Spaghetti mit Fleischbällchen.
Welcher ist Ihr Lieblingsfisch und wie sollte er zubereitet sein
Loup de Mer. Auf der Haut gebraten, in gutem Olivenöl, ein wenig Meersalz – fertig!
Mit welchem Luxus belohnen Sie sich?
Ich genieße, sobald es die knappe freie Zeit zulässt, schöne Restaurants und tolle Hotels.
Welches Getränk ist Ihr Favorit?
Weißweinschorle.
Wie können junge Menschen heute von einer Küchenausbildung überzeugt werden?
Meines Erachtens ist es wichtig, aufzuzeigen, wie nachhaltig und schön dieser Beruf ist: Mit einer fundierten Ausbildung in der Tasche, kann man überall und vor allem weltweit arbeiten. Kochen macht einfach glücklich, man erschafft etwas. Darauf erfährt man sofort ein Feedback von den Gästen. Kochen ist für mich die schönste Sache der Welt und somit Erfüllung.
Welchen kulinarischen Trend finden Sie spannend?
Die Tendenz zu: weniger ist mehr! Momentan heißt es: weniger chi-chi, sondern die Küche wird allgemein wieder bodenständiger, man achtet wieder verstärkt auf gute Qualität. 3-4 hervorragende Komponenten für ein Gericht, das reicht.
Restaurantbewertungen (im Internet): Fluch oder Segen?
50/50.
Welches Restaurant (weltweit) empfehlen Sie und was erwartet uns dort ?
Ich bin ein großer Fan von Christian Bau, Victor’s Gourmet im Residenz Hotel Schloss Berg in Perl Nennig an der Mosel. Ich schätze seine Art, französische Hochküche mit japanischen Elementen zu paaren. Erfrischend-aufregend auf höchstem Niveau!
Einen Tag als hochrangiger Politiker – welches kulinarische Thema packen Sie an?
Die Themen bewusste(re) Ernährung und Preisdumping bei Lebensmitteln. Es kann bzw. sollte nicht sein, dass 1 kg Fleisch günstiger ist als 1 kg Brot. Auch für den schmalen Geldbeutel ist es möglich, sich gut zu ernähren, es muss nicht sieben Tage in der Woche Fleisch oder Fisch geben.
Welche vierwöchige kulinarische Reise würden Sie gerne einmal unternehmen?
Eine große Japan-Rundreise – meine Lieblingsküche!
Schenken Sie uns bitte eine Ihrer Lebensweisheiten?
Weniger ist mehr!
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